Mittwoch, 7. März 2018

Schmuse-Pulli



Die eisigen Temperaturen der letzten Woche hatten den Vorteil, dass ich endlich diesen - im letzten Sommer fertig gestellten - Pulli tragen konnte. Bisher war es mir zu warm dafür. Schwitzt man nämlich auch nur ein bisschen darin, riecht man gleich nach nassem Tier.
Und dass, obwohl es ein luftiges Leichtgewicht von gerade einmal 165 g ist.

Wolle Drops Melody (71% Alpaca, 25% Schafwolle, 4% Polyamid) Farbe "vanille"
Die Maschenprobe habe ich mir erspart und einfach genau nach  Etikett gehandelt, mit Nadelstärke 7 so gerechnet als gäbe es tatsächlich 14 Maschen auf 10 cm.
Ich habe mich an die Anleitung für Rundpassenpullis aus diesem Buch "top down sweaters" gehalten und dabei die nach meinen Maßen einen Tick zu weite Größe 36 gewählt und ein paar Rückenmaschen weniger aufgenommen (das fällt alles sehr groß aus, in dem Buch).
So besonders schnell vorwärts kam ich nicht, und das obwohl ich mich schon auf diese Wolle gefreut hatte. Gekauft hatte ich sie schon vor über 2 Jahren, aber dann fand ich plötzlich die selbst gesponnene Wolle viel interessanter zu verarbeiten. Hinzu kam, dass mein jüngerer Sohn die Knäuel für eine Art Kuscheltier hielt und sie sich mehrmals begeistert grapschte und damit weg lief, Faden, Strickzeug und fluchende Mama hinter sich her schleifend. So super glatt läuft der fusselige Kram auch nicht über die Nadel.

Aber schön ist er. Und weich auch. Ich werde darin sehr viel angeschmust.

So und heute schaffe ich tatsächlich wieder einmal beim Me made Mittwoch mitzumachen, bei dem auch noch viele andere ihre Eigenkreationen vorführen.

Sonntag, 11. Februar 2018

Jeans-Schuhe

So, nach einigen Experimenten, die so murksig waren, dass ich keine Lust hatte, darüber zu schreiben, habe ich ein paar Schuhe zustande gebracht, die ich zumindest zu Spaziergängen im Dunkeln tragen kann.
Ausgangspunkt waren meine DIY-Leisten aus Abformmasse, denen ich aus lufthärtender Modelliermasse noch ein bisschen extra Platz für die Zehen drangebastelt habe. Ursprünglich hatte ich dafür Salzteig verwendet, der hat aber zusehr gebröselt. Mit Malerkrepp habe ich mir einen Schnitt erstellt, 0,5 cm Nachtzugabe für die Stoff-Nähte hinzugefügt, 2,5 cm unten extra, um den Schaft um die Brandsohle herum zu kleben.
Die Sohlenform war die größte Herausforderung, mein eigener Fußumriss und der des Leistens, den ich ja meinem Fuß nachempfunden hatte, stimmten nicht wirklich überein. Wichtig war mir vor allem viel Platz für meine Zehen. Also war das eher Herumprobieren. Die beiden Schuhe sind daher auch nicht identisch, erst habe ich den rechten gemacht und dann gemerkt, dass ich noch ein bisschen mehr Raum unter der Ferse brauche.
An der Ferse musste ich auch noch einen Abnäher von 15° dazu improvisieren, da der Schuh sonst nicht richtig anlag.
An Material habe ich eine alte Jeans ausgeschlachtet, Futter ist Nessel, rund um den Knöchel habe ich einen Streifen Fleece mitgefasst. Die Sohle besteht aus Texon Brandsohlen Material, Kork und Gummi, schön dünn, flexibel und leicht, mit Nullabsatz. Geklebt habe ich alles mit Kövulfix.
Sie sind super bequem, allerdings Material-bedingt nicht wasserdicht und daher noch nicht Spaziergang-erprobt. Ich muss sie noch mit etwas längeren Schnürsenkeln und einer dünnen Einlegesohle ausstatten. Bevor ich mich an eine Version aus Leder mache, muss ich die Sohlenform noch etwas bearbeiten, derzeit sieht es noch seltsam bananig aus. Kleine Fältchen beim Umkleben der Spitze sind leider nicht zu vermeiden, kommerzielle Stoffschuhe sind immer noch mit einem Gummistreifen umgeben, da ist der Übergang von Schaft zu Sohle kaschiert.





Montag, 22. Januar 2018

Overlock-Blues

Meine Overlock, eine Janome SMD 644D näht eigentlich recht brav, keine ausgelassenen Stiche, Nahtbild schön ausgeglichen.
Ihre Achillesferse ist (und war genau genommen schon immer) der untere Greiferfaden.
Wenn ich über einen Hubbel nähen möchte, muss ich schon immer sehr langsam oder besser im Handbetrieb nähen, sonst macht es ein ganz häßliches zing-ritsch und dann ist der untere Greiferfaden gerissen (und das Polyestergarn - ich benutze sehr gerne Trojalock, ist schon ganz schön reißfest, wenn man das mit der Hand durchreißen will. Da sind also ordentlich Zugkräfte am Werk.)

Ich besitze diese Maschine seit etwa vier Jahren, als ich sie noch recht frisch - vielleicht ein paar Monate - besaß, hatte ich schon einmal das Problem, dass der Faden alle paar genähten cm durch war.
Ich bin keine begeisterte Forumsschreiberin, zwar bin ich bei mehreren angemeldet aber nur als gelegentlich Leserin, damals habe ich aber für mein Problem einen eigenen Faden eröffnet, in der Hoffnung in den Weiten des Internets auf Rat zu treffen. Aber außer den Ratschlägen wie nochmal richtig Einfädeln kam nichts bei rum.
Wartungsanleitungen für Overlocks (wie auch für Nähmaschinen) sind im Netz rar. (Wäre ja auch zu schön, wenn man einfach alles selber machen könnte, anstatt für jeden Handgriff in eine Werkstatt zu müssen)
Tatsächlich bin ich auf der Suche aber damals über folgende Anleitung gestolpert, die ich hier auch nochmal verlinken will, sie ist wirklich hilfreich, wenn man selbst etwas justieren möchte:

Ist nicht genau mein Modell, aber im Prinzip sind die Maschinen ja alle gleich aufgebaut.

Nach Wegnahme der Stichplatte erkannte ich damals (also vor vier Jahren) das der Untergreifer mit den Nadeln kollidierte. Erst dachte ich, ich müsse die Position des Untergreifers ändern, aber dann stellte ich fest, dass das schwarze Führungsblech zu dicht anlag und die Nadeln in die Falsche Richtung bog, so dass sie nur dann mit dem Greifer Kontakt hatten, wenn sie von unten wieder hoch kamen. Das Problem war also leicht behoben (hat aber gedauert bis ich den Blick dafür geschärft hatte) Bei meiner neuerlichen Recherche habe ich gesehen, dass das alte Problem auch von anderen beschrieben wird z.B. hier 

Auf dem Bild sieht man die Führungsplatte, die zwei schwarzen Schrauben kann man lösen, um sie zu lockern.


Ich habe dann die letzten vier Jahre so vor mich hingenäht, abgesehen von Hubbeln und eher dicken Materialien gab es keine größeren Probleme.
Zuletzt nahm die Fadenreißerei aber wieder zu und bei meinem jüngsten Projekt - einem Pulli für das große Söhnchen aus Baumwoll-Feinstrick - ist der Faden wieder alle paar Minuten gerissen. Kein Spaß, so gar nicht. Vor allem immer auch das Geräusch dabei.
Also kam erstmal das übliche Wellness-Programmm, komplett entfusseln, ölen, neue Nadeln (Organ HA-1SP).
Zum Entfusseln hatte ich dann die Stichplatte wieder einmal ab und damit freie Sicht auf das Geschehen und sah, dass die linke Nadel den Untergreifer bereits beim Absenken berührt und dabei leicht ausgelenkt wird. Diesmal sind also die Führungsbleche unschuldig.
Anhand des Justage-Manuals (oben verlinkt) habe ich dann den Kolben, an dem die Nadeln sitzen, gelockert und minimal gedreht (Achtung nur ganz leicht lockern, damit es sich nicht gleichzeitig absenkt und das Timing mit den Greifern flöten geht) wirklich nur ein Zehntel Millimeter oder so, man hat an der Stichplatte gleich gesehen gesehen, dass der Abstand zum Lochrand gleichmäßiger wurde.

Hier ist die Schraube, die man (ganz leicht) lösen muss, um die Nadeln parallel auszurichten.


Tatsächlich tangiert der Untergreifer nun nicht mehr nur eine Nadel sondern beide. Super! *ächz*
Die Schraube, mit der man den Untergreifer lösen und ein Ministück nach hinten verschieben könnte, ist leider unheimlich fest. Es ist mir nicht gelungen, sie zu lösen, stattdessen habe ich nur den Schlitz mit meinem Schraubenzieher halbwegs zerstört. Es greift leider so gar nichts mehr.

Hier sieht man wie die Nadeln wackeln, wenn der Greifer vorbeikommt.



Diese Schraube, weit unten und nur mit schmalem Schraubenzieher erreichber, leider nicht mit den Dingern, bei denen man die Bits solange wechseln kann, bis man den optimalen erwischt.



Die einzige Möglichkeit, die mir noch einfällt, ist den Greifer ganz leicht zu verbiegen, so dass er nicht mehr an den Nadeln vorbeischrammt, aber wie ich das so wohldosiert hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel.
Allgemeines: Och menno.
(Übrigens war die Maschine von einem ziemlich weit entfernten online-Versand. Die Option Händler um die Ecke gibts hier nicht.)









Mittwoch, 3. Januar 2018

Rosen-Seitling

So Nr. 4 meiner Pilzgärtnerei im Keller ist jetzt auch erntereif: der Rosen-Seitling auf Kaffeesatz. Ich hoffe da kommt im Anschluss noch ein bisschen mehr rausgewachsen, aber erstmal freue ich mich. *Mampf*


Dienstag, 2. Januar 2018

Winterwäsche

Ich habe die letzten drei Monate praktisch nicht vor der Nähmaschine gesessen, hat sich einfach nicht ergeben. Davor sind im Herbst ein paar schnelle Stücke entstanden. Die Unterhosen waren eigentlich nur Beifang, es waren nämlich noch Zwickel-große Stückchen vom Baumwolljersey übrig. Schnitt ist der gleiche wie hier, Microfaserjersey und Gummis sind aus einem Restepaket von Wien2002. Deshalb hat das Wäschegummi auch nur fast gereicht.
Die Leggings sind nach dem Milchmonster-Schnitt, Gr. 38 und einen gefühlten halben Meter gekürzt.
Das Shirt ist ein Frankenstein-Schnitt, Basis ein kurzärmeliges A-Linienshirt aus einer Ottobre (2/2016) (Schultern um 1 cm verschmälert) Ärmel von einem anderen Ottobre-Shirt (2/2017) angepasst, Rollkragen freistilmäßig dranmontiert. Der Stoff ist aus einem Jersey-Paket von Aktivstoffe.




Mittwoch, 20. Dezember 2017

Champignon-Kindergarten

Nachdem wir letzte Woche tatsächlich massig Shiitake und Austernseitlinge zu essen hatten, sind diese Ansätze derzeit im Ruhestadium und ich hoffe auf eine zweite Ernte in ein paar Wochen. Dafür wachsen gerade die Steinchampignons heran. Sind die niedlich, die kleinen Pilzchen!


Dienstag, 12. Dezember 2017

Mütze und Schal

Schon seit ein paar Monaten fertig aber erst in den letzten Wochen in Benutzung sind diese beiden.
Die Mütze aus Corriedale-Wolle, der Loop- Schal aus Merino-Sojaseide-Mischung. Beides handgesponnen und gefärbt. Gestrickt mit Nadelstärke 6 ohne große Anleitung. Das Wellenmuster habe ich aus einem Strickbuch und einfach so lange wiederholt, bis die Weite gepasst hat, die Mütze ist simples Zwei-Rechts, Zwei-Links Rippenmuster.
Leider habe ich immer nur dann ans fotografieren gedacht, wenn es kein Licht gab, daher ist die Farbwiedergabe mäßig.