Mittwoch, 22. März 2017

Hide away

Aus der aktuellen Ottobre 2/2017 stammt der Schnitt für dieses Hoodie-Kleid.
Abgesehen von Zugfältchen im Bereich der Taschen bin ich ziemlich begeistert davon. Genau das richtige um das letzte verregnete Wochenende darin zu verbringen.
Änderungen: nur im Bereich der Taille um 3 cm und die Ärmel um 4 cm gekürzt
Die Schulterpartie habe ich nach Abgleich mit gekauftem Pulli so gelassen wie sie war. Die etwas weit außen liegende Schulternaht passt hier ganz gut, finde ich.

Der Stoff ist Baumwoll-Fleece, vor 3,5 Jahren bei Michas Stoffecke gekauft. Außen wie plüschiger Frottee, innen wie sehr kuscheliger Sweat, ziemlich warm und ein bisschen wie ein Kleid aus Moos.

Die geräumige Kaputze ist aus einem Rest Romanit-Jersey, damit sie nicht so dick aufträgt.

Verlinkt bei MeMadeMittwoch

Sonntag, 19. März 2017

Garten, schon wieder

Ganz kurz, kleine Ansicht,
eine Wildobsthecke in der Einfahrt ist geplant, Nektar für die Bienen, Nistraum für Vögel und wer die Beeren ißt, die Vögel oder wir, das wird sich zeigen.
Im letzten Herbst habe ich schon einige kleine Gehölzchen gepflanzt, Kornelkirsche, Schlehe, Kirschpflaume, Sandorn (männlich und weiblich), ein paar Ölweidenzweiglein zum Wurzelziehen und kürzlich kam noch ein Holunder (Haschberg, mit großen Beeren hinzu)
Rührend finde ich jedenfalls, wie sich diese Mini-Kornelkirsche schon um eine Blüte bemüht.


Und dann Rhabarber, in statu nascendi, nachdem er zwei Jahre in einer zu trockenen Ecke gehockt hat, scheint ihm sein neuer Platz im Halbschatten zu gefallen.



Sonntag, 12. März 2017

Frühjahr 2017, was ist los

Hallo Handarbeitstagebuch, du wirst derzeit übel vernachlässigt, nimm es bitte nicht persönlich, es war abzusehen, mit Wiedereinstieg ins Arbeitsleben vor mittlerweile fast einem halben Jahr hat die Zeit fürs Kreative drastisch abgenommen.
Mein Leben sieht derzeit so aus: werktags: morgens aufstehen, mich und die Kinder fertig machen (lieber Mann bringt Kinder in Kita und Kiga), zur Arbeit radeln, dort vor mich hinwerkeln, heimfahren, schnell was essen, losflitzen Kinder abholen, Kinder bespaßen, bzw. aufpassen, dass sie keinen zu großen Blödsinn anstellen (Nr. 1 gerade 4 geworden ist glücklicherweise in den letzten Monaten richtig vernünftig geworden, Nr. 2, wird in ein paar Monaten 2, Motz- und Trotzalter, yeah, und dann sind sie abwechselnd gefühlt dauernd krank, wie auch schon letztes Jahr Februar bis Mitte März ist die schlimmste Zeit.
Abends kommt der liebe Mann nach Hause, noch rasch gefuttert und gefüttert und dann darf ich eine Stunde alleine raus, bisschen rumlaufen.
Wieder zuhause, noch ein paar Griffe im Haushalt getan (allerdings nur minimal, bei uns sieht es immer schlampig aus, da die Chaostruppe ohnehin kurz drauf wieder alles verwüstet, habe ich übertriebenes Aufräumen zur Energieverschwendung erklärt)
Dann werden die Jungs ins Bett gebracht, was beim jüngeren heißt, so lange mit ihm im dunklen Zimmer zu liegen, bis er vollgesaugt einschläft. Danach lese ich maximal noch ein paar Seiten oder lege mich gleich selbst schlafen.
Jedoch es gibt den Freitag-Vormittag, da habe ich frei und die Kinder sind, sofern gesund und es ist nicht irgendein Brücken- oder Fortbildungstag, außer Haus. Dann kann ich endlich alles erledigen, was den Rest der Woche liegen geblieben ist, im hellen spazieren gehen und tatsächlich auch noch die ein oder andere Naht nähen. Gut soo viel Zeit ist es nicht, für ein ganzes Kleidungsstück - und sei es auch nur ein Shirt - reicht es dann doch nicht. Aber immerhin.
Das ganze dann auch noch zu verbloggen, dafür langt es dann aber nicht.
Dieser Zustand wird wohl noch eine ganze Weile so sein, bis die beiden Kleinen so alt sind, dass man ihnen unbesorgt den Rücken zudrehen kann.
Erfreulicherweise hängt mein Lebensglück nicht daran, ständig irgendwelche Kleidungsstücke für mich zu produzieren, in meinem Schrank befinden sich zum Großteil Klamotten, die ich seit gut 15 Jahren immer wieder trage. Macht also nichts, wenn aktuell nicht so viel dazukommt.
Etwas mehr bedaure ich, dass die Gelegenheiten zum Spinnen und Weben so rar sind, nachdem ich das gerade erst für mich entdeckt habe (Spinnrad steht im Keller, wo ich mir so nach und nach ein Refugium einrichte.) funktioniert einfach nicht, wenn kleine Finger ständig mitmischen wollen.

Der Garten

Aber ich muss auch ganz einfach zugeben, wenn die erste Frühlingssonne lockt und die milde Luft meine Nase kitzelt, dann muss ich draußen sein, herum laufen und im Garten wurschteln.
Wir haben dieses Haus mit Garten vor fast schon fünf Jahren gekauft. Seit ich aufgrund des Studiums bei meinen Eltern auszog, habe ich mich nach einem Garten gesehnt und dann war ich die letzten vier Jahre weitgehend verhindert, immer unbeweglich entweder dank dickem Bauch oder an mir hängendem Säugling.
Ein bisschen was ist natürlich trotzdem passiert, ich habe viel eingepflanzt und durch Versuch und Irrtum gesehen, was wo wachsen möchte und was nicht.
Aber dieses Jahr bin ich zum ersten Mal nicht eingeschränkt, höchstens zeitlich, siehe Litanei weiter oben.
Da mich also mein Garten mich aktuell handwerklich wie auch gedanklich mehr beschäftigt als die ganzen Jerseysachen aus der aktuellen Ottobre (die ich vielleicht auch mal fotografiere und hier vorstelle, aber nur bei einem aktuen Anfall von Muße) werde ich, um dich, du meinen Blog, nicht völlig einstauben zu lassen hier regelmäßig, vielleicht einmal im Monat eine Rundumschau einstellen.

Die Vorbesitzer des Hauses standen auf Beton, (zum Teil durch Mann mit Vorschlaghammer entfernt) ansonsten gab es gelblichen Rasen, die Erde trockener Sand von Engerlingen durchsetzt, alles was hier an kleinen Bäumchen und Sträuchlein sitzt habe ich angesiedelt, gekauft oder durch Stecklinge vermehrt.
Mich interessieren Pflanzen dann, wenn man sie essen kann, oder sie gut riechen, Heilkräuter  oder Futterquellen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge sind. Es gibt also auch Eier-legende-Wollmilchsau-Pflanzen. Besonders mag ich es, wenn sie mehrjähig und robust sind, aber ein bisschen Gemüse werde ich auch anbauen. Vielleicht werde ich im Laufe der Zeit alle Pflanzen, die mir besonders am Herzen liegen portätieren.
Jetzt auf den Bildern sieht man noch nicht so viel, ist alles noch ziemlich winterlich, der Hauptteil des Gartens liegt nördlich des Hauses im Winter-Halbjahr fast den ganzen Tag im Schatten.
Letztes Wochenende hat mein Vater für die Jungs die Schaukel aufgestellt. Und ich habe mich die letzten Tage mit Umgraben und Lehm einarbeiten beschäftigt.

Sieht noch ein wenig trostlos aus, so von weitem und frühmorgens fotografiert fallen sie vielen Krokusse gar nicht auf, die überall hervorblitzen und mich erfreuen.
Mal schaue, wie es in ein-zwei Monaten aussieht. Sobald die Bäume und Sträucher belaubt sind, sieht man sie vielleicht auch auf dem Bild.
Auf jeden Fall wird dieses Jahr viel draußen passieren, die Hofeinfahrt wird sich verändern und vielleicht schaffen wir es auch - wie schon seit Jahren geplant - endlich an der Südseite, die Hauswand frei zu graben und zu isolieren.














Dienstag, 7. Februar 2017

Mein erstes Paar Socken

Im Herbst habe ich mich auf der Seite von Handmade Kultur bei einem Gewinnspiel für das Sockenwunder von Addi beteiligt und tatsächlich wurde ich ausgelost *freu*
und habe kurz vor Weihnachten diese Mini-Rundstricknadel zugeschickt bekommen.
An Socken hatte ich mich bisher noch nicht gewagt, mit Nadelspiel war mir das zu wackelig, fummelig, nervenaufreibend. 
Sockenwolle hatte ich aber schon genug gebunkert (diese hier gab es mal bei uns im Supermarkt) und so konnte es direkt losgehen.
Ich habe mich weitgehend an die Anleitung in meinem Strickbuch gehalten und mir bei den Fersen Unterstützung bei Elizzzas umfangreichem youtube-Kanal gesucht.
Was ich nicht bedacht hatte, war, dass die gewonnene Stricknadel Stärke 3 (statt wie von mir angenommen 2,5) hatte. Daher waren die für die erste Socke angeschlagenen 60 Maschen etwas zu viel für meine Größe 39 (übrigens Gedächtnisstütze für mich: doppelter Kreuzanschlag, weil schön elastisch). Auch die dreiteilige Käppchenferse ist für meinen Fuß einfach zu gewaltig. Aber aufribbeln wollte ich dann auch nicht mehr, nach der Ferse habe ich noch auf 56 Maschen abgenommen. Entweder ich benutze sie zum drüberziehen, oder mein Mann darf sie haben, dem passt sie auch (Gr. 45), ist nämlich auch einen Tick zu lang geraten, das Abnahmeschema für die Bandspitze nach meinem Buch hat sich irgendwie zu lang hingezogen.
Die Zweite habe ich mit 56 Maschen gestartet und eine Bumerangferse verwendet (nach Elizzzas Methode, bei der man nur rechte Maschen strickt, um Löcher zu vermeiden, gab trotzdem Löcher) nach der Ferse habe ich noch auf 52 Maschen abgenommen, da es mir immer noch etwas schlabberig vorkam, das war dann gut. Wieder am Ende eine Bandspitze mit stumpfem Ende. (16 Maschen mit Maschenstich verbunden.)
Jetzt habe ich also zwei nicht zusammen passende Socken, von der jede noch einen Gefährten braucht.
Ich sollte also gleich wieder loslegen.
Zum Stricken mit der Wundernadel: Am Anfang ein komisches Gefühl als brauche man Hasenpfötchen, um sie zu halten, aber nach ein paar Runden fluppt es. Die Teile, in denen man hirnlos vor sich hin strickt, klappen so prima.
Für Maschenanschlag, Ferse und Spitze bin ich aber auf "normale" Nadeln ausgewichen.



Verlinkt: creadienstag
#addisockenwundercontest



Dienstag, 29. November 2016

Ein Haufen Rosenduft

Ich bin Gelegenheits-Seifensiederin, zu selten, um es als echtes Hobby zu bezeichnen und (bisher) zu wenig ambitioniert um mich mit schönen Farben und Formen zu beschäftigen. Es ist mehr für den Eigenbedarf, und der akzeptiert auch Brocken.
Mein Vater hat mir eine Biskin-Fettstange überlassen, die schon zu lange im Gefrierschrank lag, als dass man Appetit darauf bekäme (aber ranzig war nichts!), die wollte ich hauptsächlich verarbeiten.
Rezept war wie folgt:
850g Fettstange
150g Shea Butter
30 g Zitronensäure
345 g dest. Wasser

2 Esslöffel verseifbares Duftöl Mairose (von Dragonspice)

NaOH vom Seifenrechner zu 8% Übersetzung bestimmen lassen.

Damit die gute Sheabutter nicht komplett verseift wurde, kam sie erst nach einer Minute in den Leim, das Duftöl zu Schluss, das führt nämlich zu einer raschen Verfestigung.
Nach zwei Tagen war das ganze dann auch schon ziemlich hart und nur mit Kraft zu schneiden.


Fettstange ist ja so eine Sache... enthält garantiert Palmöl, mit undefinierter Fettzusammensetzung ist die Überfettung ein Zufallstreffer, ich bin gespannt, wie die Seife in fertigem Zustand sein wird.
Verlinkt zu www.creadienstag.de

Dienstag, 22. November 2016

Erste Färberei

Es wurde wieder gesponnen und zwar insgesamt 250 g deutsche Merinowolle. Noch macht die Wolle mit mir, was sie will und nicht umgekehrt. Ich habe nur versucht, immer dünner und gleichmäßiger auszuziehen. Das ist soweit auch gelungen, mit jedem Kilometer wird es besser. Anschließend habe ich mich zum ersten Mal am Färben versucht. Verwendet habe ich Ashford Säurefarbe in türkis, die zwei Stränge sind schön leuchtend blau geworden, am Ende konnte ich nicht abschätzen, wie viel Färbekapazität noch vorhanden ist und habe noch etwas von meiner fingerdicken Corriedale dazu gelegt. Die wurde aber nur noch ein bisschen angebläut.


Ich glaubte eigentlich nur ganz locker abgebunden zu haben, aber es gibt trotzdem Stellen, an denen die Wolle zu dicht war und hell blieb. Ein bisschen Marmorierung finde ich aber nicht so schlimm. So schön weich wie sie da liegt, bin ich schon kurz davor die Stricknadeln zu wetzen, doch zuvor muss noch ein Pulli fertig werden.
Verlinkt bei creadienstag 

Dienstag, 15. November 2016

Kissenbezug gewebt






Nachdem ich mich ein wenig mit simpler Leinwandbindung befasst hatte, wollte ich das ganze ein bisschen anspruchsvoller gestalten. In meinem Buch wird eine Technik namens "Honeycomb (Honigwabe)" beschrieben. Mit Hilfe zweier Pick Up sticks werden abwechselnd ausgewählte Kettfäden zum Flottieren gebracht und zusätzlich zum restlichen Schuss immer beim Stick-Wechsel ein sich farbig abhebendes Garn eingelegt. (Die andere Farbe ist nicht nötig, hat mir aber in dem Projekt-Beispiel gut gefallen). Der Witz ist nun, dass sich nach dem Waschen und Entspannen der Fäden eben dieses Extragarn wellenförmig um die flott liegenden Fäden ringelt.
Es sollte ein überschaubares Projekt, ein Kissenbezug werden.
Vor meinem inneren Auge sah ich pelzige Raupen über Herbstlaub kriechen. Fusseliges Effektgarn auf grün-rostfarbenem Hintergrund. Erste Bestandsaufnahme zeigte, das helle Grün, das mir eigentlich als Kette vorschwebte, würde nicht reichen, ich musste also zu Rost umschwenken, von dem ich etliche Knäuel gehortet hatte. Dann die nächste Hürde, die Wickelprobe, bei der man den geplanten Kettfaden um ein Lineal wickelt, ergab, dass meine zwei Kämme beide nicht optimal sind. Der eine zu weit, der andere zu eng. Ich entschied mich für den etwas zu feinen, damit das Gewebe nicht zu locker wird. Das Aufziehen der Kette geschah dann leider unter dem Einfluss meiner Ungeduld, ich wollte fertig werden, solange zuhause die Luft rein war. Zwei entscheidende Fehler waren: kein Packpapier zwischen den Kettfaden-Schichten und im Alleingang die Spannung beim Kurbeln nicht gleichmäßig gehalten. Die Folge: unregelmäßige Kettfaden-Spannung, die immer schlimmer wurde, je weiter ich vorwärts webte. Es hingen immer mehr Fäden labberig durch und jedes Mal bevor ich mit dem Schiffchen durch bin, musste ich mit der Hand vorher den Weg Bahnen. Noch schlimmer war, dass mir das Zusammenwirken der Farben gar nicht gefiel. Rost ist häßlich, wie ein in den Schmutz gefallenes Orange. Ja Orange, dass wärs gewesen. Hatte ich aber gerade nicht da. Naja und so webte ich eher freudlos vor mich hin, musste ja voran kommen, da der Webrahmen den Nähplatz versperrte. Zwischendurch versuchte ich noch, die ganze Geschichte von hinten aufzurollen um irgendwie nachträglich die Spannung zu korrigieren, mit geringem Erfolg. Nach der Hälfte der geplanten Strecke gab ich das Muster auf, verwebte alles, was ich noch auf den Schiffchen hatte in einfacher Leinwand, denn hierzu war die Spannung absolut ausreichend und opferte den Rest der Kette Athene.
Interessant ist der unterschiedlich starke Einsprung der beiden Muster. Die Maße vor der Wäsche 44 bzw. 47 cm x 98 cm nach der Wäsche 41 bzw. 45 cm x 86 cm.
Bloß ringeln sich die flott liegenden Fäden, aber nicht das Fusselgarn, von dem ich das eigentlich erwarte.

Vor der Wäsche

Nach der Wäsche
Gelernt habe ich folgendes:
- Alles hängt an der Kettspannung, ist die nicht exzellent, brauche ich keine Versuche mit irgendwelchen Mustern zu machen
- Verwebt wirken Farben völlig anders als wenn zwei Knäuel nebeneinander liegen.(z.B. Apfelgrün wird neben Rost zu schmutzigem Gelb und das Waldgrün sah allein auch irgendwie besser aus)
- Streifen sehen nur gut aus, wenn sie gleich breit sind. Also künftig Reihen zählen, nicht nach dem Aufwickeln schätzen.
- Man kann selbst so grobe Gewebe aus einfachem Baumwollgarn gut mit der Maschine vernähen. Zwei Zickzacknähte nebeneinander verhindern wirkungsvoll das Ausfransen und ansonsten benimmt sich das Gewebe wirklich wie ein ganz "normaler" Stoff.

Hier zieht man die Zickzack-Nähte


- Bevor ein Projekt kostbare Handarbeits- und Lebenszeit frisst, kürzt man es lieber ab, das tut gar nicht so weh, wie man vorher glaubt.

Also, das soll kein reiner Nörgel-Post werden, das Kissen unterscheidet sich um Welten von dem, was ich mir so vorgestellt habe, aber es fühlt sich wenigstens schön an und läuft unter der Kategorie Lehrgeld (billiges Baumwollgarn + Reste)

Verlinkt beim creadienstag.