Dienstag, 22. August 2017

Goldrutenfärbung

Mein erster Versuch mit Pflanzen zu färben. Verwendet habe ich kanadische Goldrute, die derzeit überall so schön leuchtend blüht. Den kleinen Puschel in unserem Garten wollte ich dafür aber nicht plündern, sondern habe unterwegs von der Arbeit heim kurz Halt gemacht. Sammelaufwand 5 min.
Dabei habe ich noch eine quietschgelbe Krabbenspinne importiert, die dann etwas verwirrt in unserer Küche unterwegs war.
Ich habe die Blüten ein paar Tage bis zum Wochenende liegen gelassen, daher keine. Ahnung wie viel Frisch- oder Trockenmasse das war, geschätzt 12 bis 14 Blüten mit bisschen Stängel dran. Die Wolle (113g) Süddeutsche Merino habe ich über Nacht in Kaltbeize eingelegt, die Blüten abends kurz aufgekocht und über Nacht ziehen lassen, am nächsten Tag noch mal erhitzt, abgesiebt, die Wolle in den Sud gepackt und ca. ein Dreiviertel Stündchen köcheln gelassen. Nach dem Abkühlen war der Sud immer noch ziemlich gelb, so dass ich die Prozedur wiederholt habe, mit einem Strang Wolle, den ich noch von meinen ersten Spinnversuchen letzten Herbst übrig hatte (auch so etwa 100g). Außerdem habe ich noch eine kleine Schüssel von Blüten einer gelben Blume (Sonnenauge?), dazugetan, die aktuell unseren Vorgarten dominiert. Sowohl Sud als auch Waschwasser waren danach immer noch gelb aber ich hatte kein versponnenes Material zum Färben mehr übrig.
Das Gelb des ersten Durchgangs ist mir etwas zu senfig, der zweite Strang hat einen freundlichen Ton bekommen. Ich bin aber trotzdem recht angetan, von dem Experiment und überrascht, wie ergiebig die paar Blüten waren.




In den Ferien als meine kleinen Jungs den ganzen Tag daheim waren, habe ich versucht sie auch für Wolle zu begeistern. Naja, letztlich habe ich dann selbst zwei Bälle gefilzt, der kleinere hat Wolle herum getragen und auf den Boden geschmissen und der größere hat lieber eine Kackwurst gefilzt.

Verlinkt bei Creadienstag


Mittwoch, 28. Juni 2017

Wiederholungstat

Das blaue Kleid von letztem Jahr hat einen roten Zwilling bekommen.
Gleicher Schnitt (angepasst, nach dem Buch "Kleider nähen"), vergleichbare Baumwoll-Qualität, wieder Buttinette-Sommerreste-Coupon.
Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich beim Zuschnitt nicht aufs Muster geachtet habe. Der Stoff war zwar knapp bemessen, aber ein klein wenig Spielraum wäre schon da gewesen.
Sonst alles fein, ich mag es.




Euch auch einen schönen me made Mittwoch

Dienstag, 20. Juni 2017

Grün und blau

Mal wieder gesponnen und gefärbt. 250g Gotland-Wolle und 450g BFL. In einer Dicke, dass ich die nächsten Pullis auch noch bis zum Winter schaffe. Es geht immer besser, schneller und gleichmäßiger. Außerdem habe ich diesmal keine harten Paketschnur-Abschnitte mehr drin.
Gefärbt mit Ashford Säurefarbe die Gotland-Wolle einfach nur smaragdgrün  beim Rest habe ich so lala einen Übergang von grün nach hell türkis versucht. Ich bin sehr gespannt wie es verstrickt wirkt.

Heute wieder beim Creadienstag dabei.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Sandalen

Ein Projekt, dass ich schon vor ein paar Wochen abgeschlossen habe (und vor x Wochen begonnen) ist dieses Paar Fesselriemensandalen aus dem Buch "Schuhwerk" von Franz Kälin.
Für die ersten Arbeitsschritte habe ich mich komplett an die Anleitung gehalten, einzig die Sohle an den Zehen etwas verbreitertn. Wie auch schon bei meinen anderen  Projekten nach diesem Buch, die es nicht über das Probestadium hinaus und in diesen Blog geschafft habe, hatte ich wieder Ärger mit der Passform im Bereich Fußrücken und Fessel, da war einfach zu viel Material.
Das gute an den Projekten in dem Buch ist, dass man keinen Leisten braucht. Schlecht, wenn dann die Schnitte nicht passen, denn zum Entwerfen eigener braucht es dann eben doch einen (Maß-)leisten.
Hier mal ein paar Bilder: 



Optisch nicht ganz überzeugend, vor allem der Überzug der Innensohle mit braunem Babycord ist zum grauen Leder nicht die allerbeste Farbwahl, aber fühlt sich gut zum Laufen an und man sieht keinen Schmutz drauf.
Das Material: Leder, Brandsohlenmaterial, Korksohle sowie Werkzeug stammt von Schuhbedarf Langlauf. Kleber aus dem Baumarkt und Schnalle von Dawanda

Hier sieht man wie die Fersenverstärkung aufgeklebt wird.


Hier alle Einzelteile vorbereitet, erst hatte ich vor, Sohle und Leder zu vernähen, Löcher hatte ich schon vorgebohrt, aber wie ich es auch an meinen Fuß gehalten habe, irgendwo gab es immer lockere Stellen und Faltenwurf, daher musste alles vorrübergehend in einer Kiste schmoren.



Bis ich dann kürzlich diesen Blogpost las, und den dortigen Verlinkungen folgte zu einer jungen Dame mit vielen Youtube-Anleitungen und die ihre Schuhe einfach mithilfe von Leisten verklebt (sozusagen die Billig-Industrie-Variante) klappt, geht schnell und passt.

Ich brauchte dafür nur Leisten und da ich ungeduldig und sparsam bin, habe ich mir aus Gipsbinden und Abformmasse (Buttinette) zwei Fuß-Klone hergestellt.
Nach Aushärten der Abformmasse, die Gipsbinden wieder abgezerrt und mir dann noch eine kleine Fußspitze aus Salzteig an den Zehen dran modelliert (die Schuhe sollen ja 1 cm länger als der Fuß sein. (Keine Ahnung wo das Foto vom letzten Schritt hingekommen ist))
Die Abformmasse ist so stabil, dass man ohne Weiteres die Klebestellen festhämmern kann. Genagelte Stiefel kann man damit nicht herstellen, das ist aber auch nicht mein Ziel, ich werde mich lieber an Textilsneakern aus hübschen Patchworkstoffen versuchen, sobald ich wieder Muße verspüre. Denn Schnitte entwerfen ist dank der "Leisten" mit ein bisschen Malerkrepp kein Problem mehr.



Darüber habe ich dann das Leder straff gespannt, mit der vorher mit Cord überzogenen Brandsohle verklebt und anschließend untendrunter die Sohle aus 4 mm Ultra-Leicht-Kork geklebt. Erst hatte ich dann noch eine Schicht Gummi geplant, aber es lief sich so angenehm darin, dass ich auf das zusätzliche Gewicht gepfiffen habe.
Kann optisch und von der Passform her noch deutlich optimiert werden, aber diesen Sommer werde ich darin verbringen. Meine Bedenken, dass die Verklebung schnell ausreißen könnte, weil ich keine breite Klebekante sondern nur eine dünne Nahtzugabe zur Verfügung hatte, haben sich nicht bestätigt.








 verlinkt bei rums





Dienstag, 30. Mai 2017

Frühlingspulli

Also in Frühlingsfarben, das Ding ist höllisch warm und ich werde es erst ab November oder so tragen.





Ende November 2016 habe ich 300 g süddeutsche Merino (via Wollschaf) gefärbt, in dem ich den Kammzug geflochten habe und im großen Topf mit Essigwasser langsam erwärmt habe und dabei mit Plastikspritzen vorher angerührte Ashford-Säure-Farben punktuell in die Wolle reingespritzt habe. Rot, gelb und eine Mischung aus beiden. Interessanterweise blieb die gelbe Farbe tatsächlich in ihren Nestern sitzen, während die rötliche sich im ganzen Wasser verteilt hat und am Ende alles so einen koralligen Überzug hatte, abgesehen von Stellen die so dicht geknüllt waren, dass keine Farbe dran kam.
Auch wenn ich langsam erwärmt und abgekühlt habe, hat sich die Wolle doch merklich verfilzt, vor dem Spinnen habe ich sie also nochmal schön durchgezupft, aber so seidig wie in ungefärbtem Zustand war sie leider trotzdem nicht mehr.



Mein Ziel beim Spinnen war es dünneres und gleichmäßigeres Garn herzustellen, als bei meinen ersten Versuchen. Dafür habe ich mit dem "schnellen Wirtel", den Übersetzungen 14:1 und 10:1 gearbeitet.
Also, Ziel insofern erreicht, als dass dünner und gleichmäßiger als bisher, jedoch noch einiges an Luft nach oben.
Die Spinnerei zog sich über drei Etappen à 100 g hin und dazwischen lag jeweils etwa ein Monat. Im Nachhinein beim Verstricken fielen mir dann unschöne Partien auf, die sehr dünn und mit sehr viel Drall geraten sind, dort ist die Wolle richtig hart. (Ich hoffe, dass macht den Pulli zumindest an den Stellen dann einigermaßen robust.) Zum Ausgleich gibt es auch völlig fluffige, die sind schön weich, sehen aber unordentlich aus und ich hoffe sie werden sich durch verfilzen stabilisieren.



Ein weiterer Punkt, unter Erfahrung zu verbuchen, ist folgender: Vor dieser Färbung habe ich blau gefärbt. Der Topf ist blau. Ich dachte, er sein ganz sauber geworden. Falsch gedacht. Es haben sich in dem Strang zwei blaue Flecken gebildet, die ich nach dem Trocknen abgezupft habe. Allerdings war ich da nicht soo penibel, einige blaue Haare blieben drin. Fällt sicher nicht auf, dachte ich. Falsch gedacht. Jetzt hat der Pulli Flecken. Sorgfältig einstrickte blaue Flecken, so klein und unauffällig, dass es keine lustigen blauen Punkte sind, sondern einfach aussieht wie Schmutz.
Ich überlege noch, da irgendetwas kaschierendes drüberzusticken, Streublümchen oder so.

Gestrickt habe ich nach diesem Buch "Top down sweaters" von Ann Budd (das ich als Anfänger und mit miesem Strickenglisch wirklich empfehlen kann) ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich jemals einen Pulli in lauter Einzelteilen werde stricken wollen. Das geniale hier ist, dass man einfach nur eine kurze Maschenprobe braucht (keine 10 mal 10 cm, sondern einfach ein paar Reihen um zu schauen, wie viele Maschen pro inch man hat) und dann strickt man einfach von einer übersichtlichen Tabelle zur nächsten, der gewünschten Größe entsprechend. Ich habe Größe 36, set in sleeves, 4,5 Maschen/inch bei Nadelstärke 5 genommen.
Bisschen viel Volumen am Rücken oberhalb der Taille, da werde ich künftig meine Abnahmen etwas weiter oben beginnen.
Für zwei lange Ärmel hätte die Wolle nicht gereicht, also habe ich mich für kurze entschieden, dann kann ich den Pulli auch gut auf der Arbeit unter den Kittel ziehen, ohne dass es zuviel Geknäule gibt.

Sicher noch in jeder Hinsicht Verbesserungspotential, aber mein erster selbst gesponnener Pulli, ich bin trotzdem ganz schön stolz darauf.

Und wer ist hier sonst noch kreativ?





Mittwoch, 24. Mai 2017

Himbeer-Bomber

Etwas am Wetter vorbeigenäht. Als ich angefangen habe, war es noch kalt, aber jetzt muss ich mit dem Tragen wohl ein paar Monate warten.
Der Schnitt ist die Bomber-Jacke aus der Ottobre 2/2017. Während der letzten zwei Jahre haben sich dank (derzeit abbestelltem) Burda-Abo mehrere derartige Schnitte angesammelt, aber bisher habe ich mich dafür nicht erwärmen können. Allein der Name klingt schon so unfreundlich.
Die Variante von Julia hat mir aber dann doch so gefallen, dass ich mich getraut habe, einen Stoffschatz anzuschneiden, den ich in meinem letzten Buttinette-Paket Fabrikreste Winter gefunden habe.
Oberseite weiches Wildleder-Imitat, Abseite Teddy-Plüsch. Ziemlich pink, eigentlich nicht meine Farbe, aber es fühlt sich so toll an. Besonders groß war das Stück nicht, aber da Kragen und Bündchen aus Bündchenware sind, hat es gut gerreicht.

Genäht habe ich Größe 36, die Ärmel um 4 cm, den Rumpf um 3 cm gekürzt. Kein Futter, dank Plüsch-Innenseite und die Eingrifftaschen mit Reißverschlüssen versehen.







Die Aufnahmen sind vom Sonntag, da hatte ich unter der Jacke meine Daheim-Montur. Auch beides Ottobre. Das T-Shirt aus der aktuellen Ausgabe, Gr. 36 (Änderungen: Schulter und hintere Rückenbreite um 1 cm verschmälert, auf halber Armlochhöhe 1,5 cm gekürzt, Armkugel dementsprechend angepasst.) Trägt sich sehr bequem, das Foto offenbart aber heftige Falten, die mir vor dem Spiegel gar nicht aufgefallen sind. Mag sein, dass meine Anpassungsaktion anhand der Maßtabelle volle Verschlimmbesserung war. Ich habe das Shirt auch noch gleich ein paar Mal ohne Anpassung genäht, aber dank zu groß geratener Ausschnitte (gleich in Serie zugeschnitten, harhar) noch nicht getragen, geschweige denn abgelichtet.
Sollte ich aber mal tun und dann den Sitz vergleichen.

Die Hose ist nach dem Skinny-Jeans-Schnitt aus der Ottobre 5/2014. Bevor ich sie aus Stretch-Cord genäht habe, gab es dieses Probemodell aus Romanit-Jersey, um den Presswurst-Faktor zu testen. Am Bund habe ich einfach ein breites Gummi eingezogen, Hintertaschen gibt es nicht. Trägt sich wunderbar, ich würde sie lieben, wenn sie nicht nach dreimal Tragen aussehen würde, als hätte schon Ötzis Frau sie zur Alpenüberquerung getragen. Derartiges Pilling ist mir noch nie zuvor begegnet. Ausnahmsweise war der Stoff mal kein Schnäppchen sondern vor 2,5 Jahren ganz regulär gekauft. Ein echter Flop.
Heute mal wieder beim
Mein Made Mittwoch dabei.

Mittwoch, 22. März 2017

Hide away

Aus der aktuellen Ottobre 2/2017 stammt der Schnitt für dieses Hoodie-Kleid.
Abgesehen von Zugfältchen im Bereich der Taschen bin ich ziemlich begeistert davon. Genau das richtige um das letzte verregnete Wochenende darin zu verbringen.
Änderungen: nur im Bereich der Taille um 3 cm und die Ärmel um 4 cm gekürzt
Die Schulterpartie habe ich nach Abgleich mit gekauftem Pulli so gelassen wie sie war. Die etwas weit außen liegende Schulternaht passt hier ganz gut, finde ich.

Der Stoff ist Baumwoll-Fleece, vor 3,5 Jahren bei Michas Stoffecke gekauft. Außen wie plüschiger Frottee, innen wie sehr kuscheliger Sweat, ziemlich warm und ein bisschen wie ein Kleid aus Moos.

Die geräumige Kaputze ist aus einem Rest Romanit-Jersey, damit sie nicht so dick aufträgt.

Verlinkt bei MeMadeMittwoch